Petar Rosandić ist den meisten wohl besser bekannt als Kid Pex. Der 26-jährige Publizistikstudent hat in den letzten Monaten hohe Wellen geschlagen.
Mit dem Einstieg in die Charts machte er sich auch einen Namen außerhalb der österreichischen Hip-Hop Szene. KOSMO hat den jungen Rapper zu einem Interview gebeten.
KOSMO: Du hast früher deine CDs aus dem „Sackerl“ verkauft, bist jetzt aber in die Charts eingestiegen. Wie hat sich das alles entwickelt?
Kid Pex: Ich habe mich sehr engagiert, meine Karriere voranzutreiben. Man kommt irgendwann zu dem Punkt, wo man sich denkt: „Will ich das Ganze nur als Hobby machen?“ Ich wollte mehr und aus dem Grund habe ich dann die „Gastarbajterlife“ CD rausgebracht. Mit dieser CD bin ich vor zwei Jahren rausgegangen. Ich hatte damals keinen Vertrag und keinen Manager. Ich war mir für nichts zu Schade und bin deswegen in die Clubs gegangen und hab meine CDs verkauft. Dadurch bekam ich den Namen „Plastiksacker-Hustler“. Irgendwann kam der Punkt, wo Labels auf mich zukamen und gemerkt haben, dass ich wirklich dahinter bin. Jetzt sind wir da mit einem neuen Album, einem Labelvertrag bei „Deine Mutter Records“ und Verkaufsstellen bei Saturn und Media-Markt. Dadurch bin ich jetzt in einer ganz anderen Position, aber trotzdem verkaufe ich meine Cds weiterhin aus dem Sackerl. Und das wird mir auch immer bleiben, da ich ein „Hustler“ bin.
KOSMO: Was heißt „Hustler“
Kid Pex: Ein „Hustler“ ist jemand der ständig für sein Geld und seine Ziele arbeitet und versucht, aus dem Nichts etwas zu schaffen.
KOSMO: Du nennst dich ja selber „Tschuschenspitter vom Dienst“. Was willst du mit diesem Namen aussagen?
Kid Pex: Ich verwende viele englische Ausdrücke, auch in meinen Texten. Ein „Spitter“ ist ein Rapper, der sich durch schnelle Auffassungsgabe und schnelle Raps auszeichnet. Mit „vom Dienst“ meine ich, dass ich ständig am Arbeiten bin, und Tschusch, weil ich eben einer bin. Und aus der Kombination entstand dann der Name „Tschuschenspitter vom Dienst“.
KOSMO: Du hast ja dein neues Album „Bečko čudo“, zu Deutsch „Wiener Wunder“, genannt. Siehst du dich selber als Wiener Wunder?
Kid Pex: Ich bin nicht das Wunder, sondern nur ein Teil des Wunders. Das Wunder ist die Vielfalt und das Zusammenleben in Wien. Auch sehe ich als Wunder die Hip Hop-Szene in Wien an, die noch immer unterschätzt wird und nicht die mediale Unterstützung hat, die sie eigentlich bekommen sollte. Österreich hinkt da noch sehr hinterher.
KOSMO: Das Video von dir und Juice auf Youtube hat doch sehr diesen Gangster-Hip Hop-Flair, mit den Gesten und der Aggressivität, die darin vorkommen. Siehst du dich selber als Gangster-Rapper?
Kid Pex: Nein. Ich bin kein Gangster und es gibt auch kein Ghetto in Wien. Ich würde mich selber als harten Straßenrapper bezeichnen, nicht weil ich vulgär bin, sondern weil ich auf meiner Muttersprache rappe, damit dein Einzug in die Charts geschafft habe und mir alles selber erarbeitet habe.
KOSMO: Du verwendest auf deinem Booklet das Wort „haters“. Wenn meinst genau damit?
Kid Pex: „haters“ hat nichts mit Gangster zu tun. Ich meine damit meine Neider, die mir den Erfolg aus unterschiedlichen Gründen nicht gönnen. Vor allem meine ich damit die Leute, die mich nicht konstruktiv kritisieren, selber nichts geschafft haben, aber alles schlecht machen, was ich tue.
KOSMO: Wie verstehst du dich eigentlich mit „Čuš Ekipa“, da die ja auch so etwas Ähnliches machen wie du? Gibt es da Differenzen oder könntest du dir ein gemeinsames Projekt mit ihnen vorstellen?
Kid Pex: Wir machen zwar beide Hip Hop, jedoch machen wir doch verschiedenen Sachen. Ich würde sagen, dass sich mein Stil von ihrem unterscheidet. Ich habe nichts gegen sie, ich wünsch denen alles Gute, aber ich glaube nicht, dass wir gemeinsam etwas machen werden.
KOSMO: Wie geht’s weiter mit Kid Pex?
Kid Pex: Ich versuchte weiterhin, die Hip Hop-Kultur zu leben, und es wird sicherlich weitere Projekte geben. Mit Hip-Hop wird man nicht reich, ich mache es aus Liebe. Ich versuche auch, mit meiner Musik Brücken zu schlagen, und will nicht in eine Ecke gedrängt werden. Ich mache dass, worauf ich Lust habe, und lebe den Hip Hop-Lifestyle voll aus. Den in diesem Style ist die Nationalität egal, nur die Musik zählt.
KOSMO: Danke für das Interview.
Neues Video von Kid Pex:
http://www.youtube.com/watch?v=l1Rfjlhsl7o
Mehr Infos zu Kid Pex unter:








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